Sonntag, 1. November 2009

Comic-Tagung mit ComFor

Comics und Wissenschaft. Zwei Dinge, die auf den ersten Blick nicht viel gemein haben. Doch je mehr die populäre Erzählform, der Comic, in den Fokus des gesellschaftlichen Interesses gerückt wird, desto mehr Wissenschaftler finden sich, die die graphischen Erzählungen genauer diskutieren wollen.

Ein Forum für solche Wissenschaftler und Interessierte bietet die Universität Köln vom 6. bis zum 8. November 2009. Dort findet zum vierten Mal die Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung statt. Thema dieses Jahr ist mit "Erzählen im Comic" recht allgemein gehalten. Die Tagung wird organisiert von der Arbeitsstelle für Leseforschung und Kinder- und Jugendmedien (ALEKI).

Weitere Informationen finden sich hier und das komplette Programm hier.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Selbstportrait eines jungen Comic-Künstlers als Monster

Eigentlich sind es immer nur dunkle Ecken in Kinderzimmern, knarzende Kleiderschränke und der Freiraum unter dem Bett. Es sind Orte, die zu psychologischen Schwellenpunkten für jedes Kind werden, das schon einmal in seinem Leben eine Gruselgeschichte gehört hat oder einen Horrorfilm gesehen hat. In der neuen Comic-Anthologie Jazam! 4 Monster widmen sich junge Comic-Künstler sowohl diesen abgenutzten Szenarien, um ihnen neuen Grusel einzuhauchen oder um das Gewohnte auf den Kopf zu stellen, als auch Orten, die einen Grusel ganz anderer Natur versprühen, wie z.B. öffentliche Toiletten oder Bushaltestellen:

"Die 354 Seiten sind randvoll mit Monstern, die sich in Klos verstecken, durch U-Bahn-Schächte kriechen, unter Betten hausen, in Schränken wohnen, im Tiefgrass lauern, in Bussen reisen, auf Friedhöfen wiedererweckt werden und solche die einfach mal die in der Hölle einen Spazierengehen machen. Das sind sehr viele Monster, das ist unbestritten, doch wie kann eine solch monströse Reizüberflutung überhaupt vom Leser verarbeitet werden?"
Die komplette Rezension findet sich auf www.comicgate.de und die entsprechende Leseprobe als pdf hier. Ein offizielles Jazam! Blog und eine Homepage von Jazam! gibt es natürlich auch. Zu Ergänzung hat Comicgate bereits vor einigen Wochen einen der Macher, Adrian vom Baur, interviewt.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Gelber Traumdeuter

"Gelb, gelb, gelb sind alle meine Kleider. Gelb, gelb, gelb ist alles, was ich hab. Darum lieb ich alles was gelb ist, weil mein Schatz ein Comicforscher ist." Die Strophe mag vielleicht etwas unorthodox klingen, aber wenn es nach Christian Bachmann ginge, wäre dies sicherlich die bessere Version des Volksliedes. In seinen Buchreihe "yellow: Schriften zur Comicforschung" ist Rolf Lohses Ingenieur der Träume: Medienreflexive Komik bei Marc-Antoine Mathieu ist bereit in zweiter Auflage erhältlich:

"Um Mathieus Gesamtwerk zunächst nicht unnötig zu verkomplizieren, verkürzt Lohse die Vorgehensweise des Comic-Künstlers auf die Kurzformel 'Formale Variationen bedingen neue Handlungsmuster', bevor er jeden der fünf bandes dessinées analytisch in gehirngerechte Stücke zerkleinert."


Die komplette Rezension gibt es hier und für Beispiele aus dem Comic sei die Seite des deutschen Reprodukt-Verlags wärmstes empfohlen.

Freitag, 16. Oktober 2009

"Inside Woody Allen" auf Deutsch

Während Stuart Hamples Cartoon Strip Inside Woody Allen aus den 70ern und 80ern auf Deutsch nur noch antiquarisch erhältlich war, hat sich der Knesebeck Verlag dazu entschieden das amerikanische Original Dread & Superficiality: Woody Allen as Comic Strip in deutscher Erstauflage zu veröffentlichen:

"Mit der Veröffentlichung von Vom Irrsinn des Lebens zeigt sich der Knesebeck Verlag mutig. Der Sammelband ist eine äußerst gelungene visuelle Werkschau eines in Deutschland bisher recht unbekannten Zeitungsstrips."
Die komplette Rezension zu Vom Irrsinn des Lebens findet man hier.


Mittwoch, 14. Oktober 2009

Frankfurt Book Fair 2009


For pictures, infos, and amusement on the comic-section of the world-largest book fair, be sure to check out Comicgate's own Twitter-Account.

Don't be afraid to drop by, because you don't speak German. As we all know most pictures are self-explanatory.

Mittwoch, 30. September 2009

Monströse Leere - Interview mit Christian Moser

Obwohl unser Gespräch nun schon eine Weile her ist, gibt es nun endlich auf www.comicgate.de mein Interview mit Christian Moser, einem Münchener Urgestein und dem Macher von Monster des Alltags. Ich traf den Comic-Künstler im Baader-Cafe, seinem Zweitbüro und sprach mit ihm über seine Arbeit, Rückenschmerzen und die "Innere Leere".


CG: "Wenn München jetzt eine Statue für Christian Moser aufstellen würde, wie würde die aussehen und wo würde die stehen?"

CM: "Ich glaube, mein Favorit wäre „die Innere Leere“ als begehbare Hohlplastik (lacht); die könnte dann vielleicht auf der Theresienwiese stehen, als neues Wahrzechen des Oktoberfestes."

Das komplette Interview mit vielen Abbildungen findet sich hier.
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Dienstag, 15. September 2009

Abstract Comics: A German Perspective

Much has been said and written about Andrei Molotiu's new Anthology Abstract Comics. Although the critical voices arrive at different conclusions about the work, one statement remains unchallenged: Abstract Comics challenges our general perception of comics as an artform. We are tossed into a collection of abstract pictures devoid of any form of conventional narration, yet the cover and the panels confirm that we are looking at comics. Whether this is true or not, it still questions our general understanding of comics. Do they need a plot or even a consistent narration?

In Germany Abstract Comics has the possibility to strike a chord in a discussion about comics, which is overwhelmed by an amorphous debate about the Graphic Novel. Being the country of Dichters und Denkers these debate are always guided by Eisner's remark about a certain quality of the story told. You can imagine how scholars, booksellers, readers, and publishers argue which comic to promote with the privileged status of a Graphic Novel and which not. Molotiu's collection might give the option to question these debates. As there are no narrations present, how do we judge these "comics" and are they really comics? Even if the verdict is against abstract comics, the reflection itself might shed a new light on other comics, too.

The most interesting observations about Abstract Comics is certainly the concentration on the panels themselves. While narrative comics focus on the gutter between the panels, the reader is scanning the abstract panels for some kind of resemblance, in an fruitless effort to make sense of it all.

Molotui's cosmos of abstract comics is constantly evolving on his blog.

For the review of Abstract Comics in German be sure to look here:
"Gib mir ein Zeichen"